Stichwort "PIN-Daten"

Jahr
1996
    
Auftraggeber
Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung

PIN heißt Personenindividuelle Nutzerdaten, doch was bedeutet das?

Vorstufen
In den Reichweitendaten der GfK Fernsehforschung wird die TV-Nutzung von Personen dargestellt. Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, zu Zeiten des Großrechner-gestützten "Inmarkt", gab es eine überschaubare Anzahl vordefinierter und selektierbarer Zielgruppen mit hinterlegten, aggregierten Nutzungsdaten.

Original-Daten für einzelne Personen standen für die Planungs-Software "Plan TV" zur Verfügung, um TV-Planungen auf Basis von Vergangenheitswerten ("ex ante") bewerten zu lassen. Zielgruppen waren bereits frei definierbar, Fernseh-Nutzungsdaten gab es jedoch nur als Halbjahres-Durchschnittswerte. Eine "Netto-Betrachtung" war damit möglich

Nach Ausstrahlung der Kampagne und Vorliegen der tatsächlichen Reichweitenwerte pro Werbeinsel war es dann mit der neu entwickelten Software "TV Control" möglich, eine Kampagnenbewertung "ex post" mit frei definierbaren Zielgruppen vorzunehmen. Kontaktverteilung, Nettoreichweit der ausgestrahlten Kampagne und vieles mehr konnten bewertet werden.

Einführung der PIN-Daten
Der letzte Schritt in die "absolute Freiheit" wurde 1995 vollzogen: Eine neue Datenhaltung und -aktualisierung via ISDN auf dem Rechner vor Ort löste "Inmarkt" ab. Es wurden nun keine vorab aggregierten Daten mehr geliefert, sondern für jede Person Personenindividuelle Nutzungsdaten pro Sendung, pro Werbeinsel oder pro 5-Minuten-Intervall. Sie wurden "vor Ort" nach Selektion durch den Anwender aggregiert.

Die so genannten PIN-Daten ermöglichten nun erstmals, Nutzungsdaten frei zu kombinieren, zusammenzufassen und damit zu "spielen" (natürlich gibt es auch weiterhin voraggregierte Standard-Zielgruppen zur schnellen Orientierung). Jetzt endlich konnten die Agenturen ihre eigenen Auswertungssysteme mit "Rohdaten" füttern und die TV-Nutzung nach Belieben analysieren.

Auch die GfK und DAP Software kamen mit einer Vielzahl von Software-Neuentwicklungen auf den Markt, die den unterschiedlichen Analyse-Bedürfnissen der Anwender gerecht werden sollten.     

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